Der Gallimarkt anno 1908
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| Leer, den 12. Oktober 1908 Gallimarkt-Nachfeier. Den üblichen drei Gallimarkttagen waren diesmal noch zwei Tage zur Nachfeier angegliedert. Der Sonnabend kann eigentlich nicht als Markttag gerechnet werden, denn der Besuch war an diesem Tag so schwach, dass die Bezieher ihre Geschäfte besser hätten schließen können. Gestern dagegen konnte man zeitweise durch das Gedränge nicht durchkommen, bis zum Abend war der Platz von einer großen Menschenmenge besucht. Die Marktgeschäfte; von denen nur einige wenige schon unsere Stadt verlassen hatten, haben gewiß noch gute Einnahmen erzielt. - So ist denn auch der Gallimarkt vorüber gegangen, und bald wird der Marktplatz das gewohnte Bild zeigen. - Aus den Gallimartktstagen wird uns heute ein drolliges Vorkommnis in gereimter Form zur Verfügung gestellt, das einen launigen Ausspruch aus Kindermund wiedergibt: Gereimtes vom Gallimarkt. Des Jahrmarkts Freuden wie bekannt Sind unserer Jugend hochwillkommen, da wird geschwind zum Platz gerannt, wenn nur die ersten Wagen kommen. Unds Bub und Mädel schaut und schaut, bis all die Herrlichkeit sich dehnt, die lustge Budenstadt erbaut, nach der das kleine Herz sich sehnt. So zog mit Muttern auch der Fritz Unds Liesel zum dem Marktvergnügen Wo alles gondelt, schaukelt, fährt, im Hippodrom die Reiter fliegen. Bis all die Freuden durchgemacht Am ersten und am zweiten Tage, und nun zum Schluß die Mutter sagt: Das Geld ist alle!- Ach wie schade! so sagt das Mädel tiefbetrübt, doch spielt es gleich drauf lustig weiter, das Fritzel schaut mit trotzgem Blick, als Junge ist er doch gescheiter. Und als zu Haus ein Leiermann erbittet für die Musik Gaben, schließt er die Tür, sagt grimmig dann: Wir haben nichts, sollst auch nichts haben! |
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