Ein Blick in die Vergangenheit
Ehrenvorsitzender Anton Hortmeyer erinnert sich
Vor nunmehr 72 Jahren, also 1936 wurde unser Berufsverband für den Bereich des
Industrie- und Handelskammerbezirks Ostfriesland-Papenburg gegründet. Die
Gründungsversammlung fand in Nortmoor statt. Warum ausgerechnet in Nortmoor ist nicht
bekannt. Vielleicht wegen der Papenburger Kollegen, die damals sehr stark, vor allem durch
den Fischhandel, vertreten waren. Die Ledabrücke war noch nicht gebaut. Der Fluss mußte
mit der Fähre überquert werden, bzw. man mußte über Filsum fahren.
Es herrschte damals eine sehr strenge Organisationsform und zwar von oben nach unten. Die
Spitze: Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender Deutschlands, darunter der Verband Gau
Weser-Ems, dem wieder die Kreisstellen angeschlossen waren. Die Kreisstelle Ostfriesland
hatte ihren Sitz in Leer. Es gab mehrere Fachgruppen. Die Fachgruppe I bildeten die
Schausteller. Es gehörten auch die Wochenmarkthändler, Hausierer, Neuheitenverkäufer
und der ambulante Zeitungshandel dazu. Die Mitgliedschaft war Pflicht. Etwas, worüber man
heute sicher lächelt: Die Drehorgelspieler mußten Mitglied der Reichskulturkammer
(Musik) sein.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Jürgen Katenkamp und zum Schriftführer und Geschäftsführer
Bernhard Hortmeyer, beide aus Leer, gewählt. Sie leisteten gemeinsam erfolgreiche Arbeit.
Sie knüpften Verbindungen zu den Behörden,. Städten und Gemeinden und vor allem zur
Bezirksregierung. Verbindungen, die bis heute wirken, so z. B. bei der Festsetzung der
Märkte. Nach dem Zusammenbruch wurde im April 1946 im Rathaussaal in Leer der Verband neu
konstituiert. Den Vorsitz übernahm der so früh verstorbene Wilhelm Langenscheidt.
Geschäftsführer wurde wieder Bernhard Hortmeyer. In der damaligen Aufbauzeit ging es in
erster Linie um die Erhaltung der Märkte und Feste. In Zeiten schwerster wirtschaftlicher
Not schaffte es der Verein, in seiner Gesamtheit , zu den traditionellen Daten in den
Städten und Gemeinden Veranstaltungen durchzuführen. Nach der Währungsreform wurden zum
Beispiel die Schützenfeste von den Schützenvereinen reibungslos weitergeführt.
Im April 1950 kam es zur Trennung vom Verband ambulanter Gewerbetreibender, damit die
Interessen der Schausteller besser wahrgenommen werden konnten. Es wurde die Bezeichnung
"Verein reisender Schausteller Ostfrieslands" angenommen. Im Juni 1950 schloß
sich der Verein, sich dem Deutschen Schaustellerbund an. Im März 1951 legte Willy
Langenscheidt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde
Bernhard Hortmeyer gewählt. Geschäftsführer und Schriftführer wurde Carl Czendlowski.
Diese beiden haben sich in fast 20 Jahren große Verdienste um den Schaustellerverein
erworben. 1970 gaben beide aus Gesundheits- und Altersgründen ihr Amt auf.
Als Nachfolger wurde Anton Hortmeyer gewählt, der gleichzeitig das Amt als Schriftführer
und Geschäftsführer wahrnahm.Er konnte die Erfolge der vorhergegangenen Jahre
stabilisieren. Seit 1979 ist Karl-Heinz Langenscheidt 1. Vorsitzender, also seit nunmehr
29 Jahren.
